Impuls · Über Mentoring
Warum ich dir meinen Weg nicht gebe.
Es klingt paradox: Da kommt jemand zu mir, weil ich Erfahrung habe – und das Erste, was ich ihm sage, ist, dass er meinen Weg nicht bekommt. Warum das kein Widerspruch ist, sondern der Kern guter Begleitung.
Die Lektion vom Tennisplatz
Als junger Mann habe ich Tennis unterrichtet und später eine eigene Tennisschule aufgebaut. Dort habe ich etwas gelernt, das mich bis heute prägt: Ich konnte niemandem meinen Aufschlag geben. Ich konnte nur helfen, dass jemand seinen eigenen entwickelt – mit seinem Körper, seinem Timing, seinen Stärken. Wer versucht, die Bewegung eines anderen zu kopieren, spielt immer schlechter als der, der seine eigene findet.
Mit Lebenswegen ist es genauso. Mein Weg ist aus meiner Geschichte entstanden – aus meinen Umständen, meinen Fehlern, meinem Wendepunkt. Er lässt sich nicht kopieren, und das ist auch gut so. Was sich weitergeben lässt, sind Prinzipien, Erfahrungen und ehrliche Fragen. Was jeder selbst finden muss, ist die Antwort.
Woran du gute Begleitung erkennst
Drei Merkmale haben sich für mich bewährt. Ein guter Mentor fragt mehr, als er sagt – weil deine Antworten mehr wert sind als seine Ratschläge. Er hält ein Nein aus – wenn du nach ehrlicher Prüfung entscheidest, dass etwas nicht zu dir passt, ist das ein Erfolg, kein Scheitern. Und er arbeitet an seiner eigenen Überflüssigkeit: Sein Ziel ist, dass du selbstständig denkst, handelst und irgendwann selbst andere begleiten kannst.
Das Gegenteil erkennst du übrigens genauso schnell: Einheitsrezepte, Zeitdruck, und das Gefühl, dass dein Nein ein Problem wäre.
Was das für dich bedeutet
Wenn du gerade an einem Punkt stehst, an dem du Begleitung suchst – für deine Vitalität, ein berufliches Standbein oder deine Entwicklung als Führungspersönlichkeit – dann such dir jemanden, der dich nicht kleiner macht als deine Fragen. Jemanden, der dir zutraut, deine Antworten selbst zu finden. Genau so verstehe ich meine Arbeit.