Impuls · Über Ziele
Live your Dreams – aber bitte deine eigenen.
„Live your Dreams" steht auf Postern, in Signaturen und auf Kaffeetassen. Ein schöner Satz. Aber er hat eine Schwachstelle: Er sagt nicht, wessen Träume gemeint sind.
Woher kommen deine Ziele eigentlich?
In über dreißig Jahren mit Menschen habe ich etwas immer wieder erlebt: Da sitzt jemand vor mir, äußerlich erfolgreich, innerlich müde. Das Haus steht, die Position stimmt, der Kalender ist voll. Und trotzdem fehlt etwas. Wenn wir dann gemeinsam hinschauen, stellt sich oft heraus: Ein Teil dieser Ziele war nie wirklich seiner. Die Erwartungen der Eltern. Das, was im Umfeld als Erfolg gilt. Das, was andere zeigen und man selbst nicht missen wollte.
Das ist kein Vorwurf – es passiert uns allen. Übernommene Ziele fühlen sich lange wie eigene an, weil sie belohnt werden. Der Unterschied zeigt sich erst, wenn man sie erreicht hat: Eigene Ziele erfüllen. Fremde Ziele erschöpfen.
Drei Fragen, die Klarheit bringen
Wenn du prüfen willst, wem ein Ziel gehört, helfen drei einfache Fragen. Erstens: Würde ich dieses Ziel auch verfolgen, wenn niemand davon erfahren würde? Zweitens: Wann habe ich mich das letzte Mal darauf gefreut – nicht auf das Ergebnis, sondern auf den Weg? Und drittens: Wessen Stimme höre ich, wenn ich an dieses Ziel denke – meine eigene oder die von jemand anderem?
Es gibt keine falschen Antworten. Aber es gibt ehrliche. Und manchmal ist die ehrliche Antwort der Anfang von etwas Neuem.
Was das mit Begegnungen zu tun hat
Alleine ist dieser Blick schwer – wir sind für unsere eigenen Muster oft blind. Deshalb glaube ich an gute Begegnungen: Ein Gespräch mit jemandem, der zuhört statt zu bewerten, kann sichtbar machen, was du längst spürst. Nicht, damit dir jemand neue Ziele gibt. Sondern damit du deine eigenen wiedererkennst.